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Klassifizierung von Hörschäden

 

Man unterscheidet Schwerhörigkeit nach:

 

Arten              sind Schallleitungs- Schallempfindungs- und genetische Schwerhörigkeit.

Schwere      sind Gering- Mittel- Hochgradige Schwerhörigkeit und Taubheit.

Formen          sind Hochton-, Tiefton-, Lineare- und V-Schnitt geprägte Schwerhörigkeit.

Erkrankung  werden ausgelöst durch Röteln, Scharlach, Meningitis oder vererbliche Gendefekte.    Sie können zu Missbildungen, Tympanosklerose, Otosklerose, Trommelfellperforation, Paukenerguß, Morbus-Meniere, Akustikneurinom, Alport-, Usher-, Pendred- Wardenburg-Syndrom usw. sowie zu  Akustikneurinomen, führen.

Einflüsse       sind, Lärm, Knalltrauma, Ototoxische Arzneimittel, Schädelfrakturen.  

 

Arten

Schalleitungsschwerhörigkeit
Bei einer Schallleitungsschwerhörigkeit wird der Schall nicht mehr zum Innenohr geleitet. Mögliche Ursachen sind Cerumenpfropf (Ohrenschmalz), Entzündungen oder Missbildungen des Gehörgangs, Erkrankungen des Mittelohrs, chronischer Tubenkatarrh, ein geschädigtes Trommelfell oder krankhafte Veränderungen des Mittelohrs (Verkalkung der Gehörknöchelchenkette, Tympano- und Stapediusmuskeldefekte). Eine Schall- leitungsschwerhörigkeit kann in vielen Fällen medikamentös oder operativ beseitigt beziehungsweise verringert werden.

 

Schallempfindungsschwerhörigkeit
Eine Schallempfindungsschwerhörigkeit (Innenohrschwerhörigkeit) entsteht durch eine Funktionsstörung in der Cochlea (Hörschnecke). Die häufigste Ursache hierfür ist Lärm. Wie stark die Schädigung ist, hängt sowohl von der Intensität des Lärms als auch von der Einwirkungsdauer ab. Bei Dauereinwirkung verursachen Geräusche von mehr als 85 dB eine Schädigung des Innenohrs. Sehr intensiver Schall von 150 dB (Düsentriebwerke oder Silvesterknaller) können bei einmaliger Einwirkung zu einer an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit führen. Auch Infektionen, etwa Hirnhautentzündung, können die Hörfähigkeit bleibend schädigen, bei Kindern vor allem Mumps, Masern, Röteln, Diphtherie und Scharlach. Gifte und bestimmte Medikamente sind ebenfalls in der Lage, das Hörorgan zu schädigen. Eine Schallempfindungsschwerhörigkeit ist im Regelfall nicht durch Operationen oder medikamentöse Behandlungen zu beheben. Der Hörschaden kann nur mit Hörgeräten oder Implantaten näherungsweise ausgeglichen, jedoch nicht beseitigt werden.

 

Genetische Hörschäden

Genetisch bedingte Schwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit kommt bei rund 0,7% der Geburten vor. Um genetisch auffällig zu sein müssen beide Ausfertigungen (männliches und weibliches Genom) des verantwortlichen Gens defekt sein, damit die Störung auftritt. Es besteht die Annahme, dass etwa 200 Gene an diesen Auffälligkeiten beteiligt sind. Einige der genetisch bedingten Schwerhörigkeiten können während der ersten Lebensjahre gering ausgeprägt sein, später jedoch zunehmen. So lassen sich Usher- Alport- Pendred- und Norrie-Wardenburg- Syndrome diesen genetisch bedingten Störungen zuordnen. Ebenso lässt sich das beidseitige Akustikneurinom auf einen Gendefekt zurückführen.

 

Schweregrade

Geringgradige Schwerhörigkeit

Der Hörverlust bei geringgradiger Schwerhörigkeit liegt zwischen 26 bis 40dB. Menschen mit einer leichten Schwerhörigkeit haben, in einer lauten Umgebung,  Schwierigkeiten einer Unterhaltung zu folgen. Umgangssprache in normaler Lautstärke wird bei einer Entfernung von einem Meter jedoch noch verstanden. Bereits ab diesen Schwerhörigkeiten empfiehlt es sich Hörgeräte zu tragen.

 

Mittelgradige Schwerhörigkeit

Von mittelgradiger Schwerhörigkeit spricht man bei einem Hörverlust von 41 bis 55dB. Einem Gespräch in einer normalen Umgebung zu folgen, bereitet Schwierigkeiten. Es wird nur noch lautes Sprechen (> 60 dB) im Abstand von 1 Meter vom Ohr verstanden. Ein Hörgerät ist dringend geboten. Bei Schallleitungsschwerhörigkeit oder kombinierter Schwerhörigkeit ist eine operative Versorgung zu prüfen.

 

Hochgradige Schwerhörigkeit

Liegt der Hörverlust zwischen 56 und 70 dB wird von einer hochgradigen Schwerhörigkeit gesprochen. Patienten mit hochgradiger Schwerhörigkeit verstehen, selbst bei sehr lautem Sprechen, nur noch einige wenige Worte. Sie benötigen leistungsstarke Hörgeräte oder müssen mit Hilfe von Gebärden oder Absehen vom Mund dem Gespräch folgen. Hörgeräte sind zwingend erforderlich. Implantierbare Hörgeräte oder die Versorgung mit Implantaten stellen Alternativen zur Versorgung mit Hörgeräten dar.

 

An Taubheit grenzende Schwerhörigkeit, Hörreste oder Taubheit

Auch bei maximaler Lautstärke weisen Patienten mit Hörresten oder Taubheit keinerlei Sprachverständnis mehr auf. Der Hörverlust liegt bei 71 dB oder mehr. Da die Versorgung mit einem Hörgerät in diesen Fällen keine ausreichende Verbesserung bringt, wird eine Versorgung mit Neuroprothesen (Implantaten) angeraten.

 

 

Die Übersicht zeigt Schalldruck in Dezibel (dB) und

Frequenz (Tonhöhe), die Verteilung der wichtigsten

Phoneme (Laute unserer Sprache) und symbolisch

Lärmverursacher.

Formen

Die am häufigsten vorkommende Ausprägung einer Schwerhörigkeit ist die linear abfallende Hörkurve. So werden tiefe Töne und Geräusche noch wahrgenommen, mittlere und hohe Töne oder Geräusche sind weniger gut zu hören. Hochtonschwerhörigkeiten werden oft als Fehlhörigkeit bezeichnet, weil Sprache und Musik recht gut zu hören sind. Nur in lauter Umgebung treten Beeinträchtigungen auf. Tiefton-Schwerhörigkeit ist das typische Kennzeichen einer Ménière-Erkrankung. Hörkurven mit einer V-Senke im mittleren Hörspektrum deuten meist auf eine genetische Störung hin.

 

 

Erkrankungen und äußere Einflüsse

Auf den folgenden Seiten möchten wir auf typische, häufige Krankheitsbilder eingehen. Für andere Hörstörungen empfehlen wir, die eingangs genannten Stichwörter in der Fachliteratur oder in Wikipedia nachzulesen.