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Presbyakusis

Lärmschwerhörigkeit

 

Presbyakusis

ist eine Art der Schwerhörigkeit, die durch die physiologischen Alterungsprozesse entsteht und etwa ab dem fünften bis sechsten Lebensjahrzehnt auftritt. Typischerweise handelt es sich um eine beidseitige, symmetrische zunehmende, Innenohrschwerhörigkeit, in den hohen Frequenzen.  Die Anhebung der Hörschwelle insbesondere bei hohen Frequenzen, die durch ein Tonaudiogramm ermittelt werden kann, ist ein wichtiger Hinweis auf das Vorliegen einer Altersschwerhörigkeit. Ein weiterer Hinweis ist das erschwerte Sprachverstehen in Umgebungsgeräuschen.

 

Diagnostik

In der Diagnostik ist eine Trennung einer reinen Altersschwerhörigkeit und einer Schwerhörigkeit durch Lärmbelastung nur sehr schwierig möglich. Selbst wenn genaue Daten über die Lärmbelastung, z.B. während der Berufsausübung, bekannt sind, lassen sich die Anteile nicht exakt quantifizieren.

 

Lärmschwerhörigkeit

Unter Lärmschwerhörigkeit versteht man eine durch chronische Lärmeinwirkung (meist im Beruf) entstandene Schallempfindungsschwerhörigkeit. Wirkt Lärm bei hoher Intensität, d.h. > 85 dB(A) längere Zeit, (mehrere Stunden), auf das Hörorgan ein, so kommt es zu einer bleibenden und irreversiblen Schädigung des Gehörorganes. Ebenso schädigt Lärm bei hoher Intensität über viele Jahre hinweg das Gehör. Der Untergang der Haarzellen beginnt weitgehend unabhängig von den frequenzspezifischen Charakteristiken des schädigenden Lärms im Bereich von etwa 4000 Hz. Von hier breitet sich der Prozess im Laufe der Zeit in beide Richtungen aus. Im Bereich der Schneckenspitze kommt es nie zu einer völligen Zerstörung der Haarzellen, eine völlige Taubheit entsteht also als Folge andauernden Lärms nicht. Sehr häufig ist die Lärmschwerhörigkeit mit Tinnitus verbunden, der aber nur selten im Vordergrund der Beschwerden steht. Die Empfindlichkeit des Hörorgans ist für Frequenzen zwischen etwa 1000 und 6000 Hz wesentlich höher als für niederere und höhere Frequenzen. Kommt es während der täglichen Exposition zu häufigen Unterbrechungen (Lärmpausen), so kann sich das Ohr jeweils wieder erholen. Die individuelle Empfindlichkeit gegen Lärm ist nicht einheitlich. Nur ein Teil der Betroffenen erleidet eine Schädigung des Hörvermögens, dass das Sprachverständnis erheblich eingeschränkt wird.

 

 

 

Audiogramm bei Lärmschwerhörigkeit (Hochtonabfall)

 

 

 

 

Die Lärmschädigung macht sich zuerst in Form einer Senke der Hörschwellenkurve bei etwa 4000 Hz bemerkbar ("C5-Senke"), im weiteren Verlauf wird diese Senke tiefer und breiter und betrifft dann auch niederere und höhere Frequenzen. Im Extremfall führt die Entwicklung zu einer Hochtontaubheit, das Hörvermögen für mittlere oder gar tiefe Töne sind weniger beeinträchtigt.

 

Gesetzliche Regelung

Die Lärmschwerhörigkeit ist eine typische Berufskrankheit. Arbeiter, die einem Lärm von 85 dB(A) Tages-Lärmexpositionspegel oder mehr ausgesetzt sind, müssen sich einer Vorsorgeuntersuchung vor Beginn der Tätigkeit im Lärmbereich (Eignungsuntersuchung) und in regelmäßigen Abständen Überwachungsuntersuchungen unterziehen. Der Tages-Lärmexpositionspegel (LEX,8h) ist der über die Zeit gemittelte Lärmexpositionspegel bezogen auf eine Achtstundenschicht. Er umfasst alle am Arbeitsplatz auftretenden Schallereignisse. (Definition aus der LärmVibrationsArbSchV - Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung § 2 (2)). Die Verwendung von individuellem Hörschutz (Kapselgehörschutz, vorgeformte oder formbare Gehörschutzstöpsel, Otoplastiken = angepasster Gehörschutz) ist ab einem Tages-Lärmexpositionspegel von 85 dB(A) bzw. Spitzenschalldruckpegel von 137 dB(C) bei beruflicher Tätigkeiten verpflichtend. Der Unternehmer hat ab einem Tages-Lärmexpositionspegel von 80 dB(A) bzw. 135 dB(C) Spitzenschalldruckpegel Gehörschutz zur Verfügung zu stellen und eine freiwillige Vorsorgeuntersuchung "Lärm" anzubieten. Auch bei privater Lärm-Exposition ist die Verwendung von Gehörschutz dringend zu empfehlen. Quelle: Wikipedia